Streitschlichter

Informationen über die Streitschlichter-AG gibt es bei Frau Münch.

Das Konzept dahinter: Was ist Mediation? 

Mediation ist ein Verfahren zur Streitschlichtung, das in den 60er und 70er Jahren in den USA entwickelt wurde. Vermittelt durch  unparteiische Dritte werden in einem strukturierten Mediationsgespräch Konfliktfälle besprochen. Dabei helfen die Streitschlichter den Streitenden dabei, zu einer einvernehmlichen Lösung zu finden.

Ausgangssituation

Die Lebenswirklichkeit der Kinder hat sich grundlegend verändert. Sie sind häufig Einzelkinder, leben in Familien, wo beide Eltern arbeiten, ihre Freizeit ist durchorganisiert oder findet vor dem Computer statt. Unter diesen Bedingungen verlagert sich  soziales Lernen immer stärker in die Schule.

Da das Aggressionspotential mit dem Eintritt in die Pubertät und Adoleszenz ihren Höchststand erreicht, gehören Konflikte zum Schulalltag. Dies ist nicht neu.  Neu ist allerdings die zunehmend Unfähigkeit der Kinder, ihre Streitigkeiten zu lösen. Immer häufiger werden Lehrer zu Streitschlichtern oder sehen sich mit „Mobbingfällen“ konfrontiert. Um diesem Gewaltpotential entgegenzuwirken, eine Eskalation zu verhindern und um soziales Lernen zu ermöglichen, sollen Schüler zu Streitschlichtern ausgebildet werden und  bei der Lösung von Konflikten helfen. Damit knüpft die Streitschlichtung an das seit drei Jahren an der Realschule eingeführte Buddy-Programm an und ergänzt peer-education-Programme wie die Buddy-AG und den im letzten Jahr eingeführten Sanitätsdienst.

Ziele

„Die Fähigkeit sich zu streiten ist eines der höchsten Güter, die wir haben und zum Leben brauchen. Wer sich nicht streitet, nicht streiten kann oder darf, wird nie wirklich in Beziehung treten und keine eigene Identität entwickeln können.“ Konflikte gehören zum Leben und man muss lernen sie zu lösen. Dazu will die Streitschlichtungs-AG beitragen, um eine Eskalation von Gewalt zu verhindern, ein Schulklima des gegenseitigen Respekts zu fördern und so Lehrer und Lehrerinnen bei ihrer Arbeit zu unterstützen. 

Organisatorische Aspekte

Zur Einführung und Implementierung des Programms kooperiert die Realschule Benrath  mit den Falken, die der Schule jetzt bereits im zweiten Jahr eine ausgebildete Mediatorin zur Seite stellt. Gemeinsam mit der Beratungslehrerin der Schule, die eine mehrtägige Streitschlichtungsausbildung beim DRK erhalten hat,  sowie der Mediationstrainerin werden die SchülerInnen im Teamteaching unterrichtet. Dabei erfolgt die Ausbildung in Form von praktischen Übungen und Spielen.
Bestandteil der Ausbildung ist darüber hinaus eine 3-tägige Streitschlichtungsfahrt nach Bad Münstereifel (Freitag-Sonntag), die vom Jugendrotkreuz angeboten wird. Hier lernen unsere SchülerInnen die Streitschlichter anderer Schulen kennen und erhalten einen ersten Einblick in das Streitschlichtungsverfahren. 

Am Ende der Ausbildung werden die StreitschlichterInnen mit  einer  Urkunde offiziell als Mediatoren anerkannt und in die Verantwortung genommen. Sie stehen nun in der großen Pause ihren jüngeren MitschülerInnen (Klasse 5-7) bei Streitigkeiten zur Seite. 

Inhalte

  • Grundlagen und Definitionen (Streit, Aggression, Konflikt, Gewalt)
  • Ablauf und Phasen einer Schlichtung
  • Vermittlung lebenspraktischer Fähigkeiten (Wahrnehmung, Empathie, Umgang mit Gefühlen, Verantwortung tragen, Beziehungsfähigkeit)
  • Grenzen der Streitschlichtung

Wahl der neuen Streischlichter

Die SchülerInnen der siebten Klassen wurden durch eine Informationsveranstaltung in der Aula über die Ausbildungsinhalte und Ziele der Streitschlichtung informiert. Hierfür gestalteten die ausgebildeten Streitschlichter Thementische und bereiteten ein Rollenspiel vor. 

Im Anschluss an diese Informationsveranstaltung hatten die Schüler die Möglichkeit, sich als Streitschlichter zu bewerben sowie einen ihrer Meinung nach geeigneten Streitschlichter vorzuschlagen. Aus dieser Bewerbergruppe wurden in Absprache mit den Klassenlehrern die neuen StreitschlichterInnen bestimmt.

Betreuung der aktiven Streitschlichter

Die Betreuung der aktiven StreitschlichterInnen wird von Frau Münch organisiert. In diesem Zusammenhang muss der Streitschlichtungsraum betreut sowie regelmäßige Treffen mit den SchlichterInnen organisiert werden. Diese Zusammenkünfte sind notwendig, um Inhalte aufzufrischen, Schwierigkeiten anzusprechen, letztendlich aber auch die Anerkennung und damit Motivation der aktiven SchlichterInnen zu gewährleisten. 

Darüber hinaus ist eine regelmäßige Information und Kooperation mit dem Lehrerkollegium notwendig. Über Rückmeldebögen, Einzelgespräche sowie Kurzinformationen während der Lehrerkonferenzen muss das Verfahren der Schlichtung immer wieder thematisiert werden. 

Perspektiven

Da in jedem Jahr Streitschlichter ausgebildet werden sollen, wird sich der Stamm an ausgebildeten Streitschlichtern kontinuierlich erweitern. Damit kann das Angebot für Schlichtungstermine erweitert und so auch gesichert werden. Gleichzeitig können aber auch im Sinne des Peer-Coaching die „erfahrenen“ Streitschlichter in die Ausbildung und Betreuung der jüngeren einbezogen werden.

Quelle: Schulprogramm der Realschule Benrath