Suchtpräventionstage

Ich bin doch nicht süchtig!

Viele haben diesen Satz bestimmt schon einmal gehört – vielleicht bezogen auf das Rauchen, das Feierabendbier, das Training für den Marathon im Sommer oder auf das Spiel am PC, um das nächste Level zu erreichen.
Die meisten Menschen behaupten von sich, dass sie mit diesen „Angewohnheiten“ jederzeit aufhören könnten – wenn sie wollten. Sie wollen aber gerade nicht…
Für junge Menschen ist es schwierig (für Erwachsene häufig auch) einzuschätzen, wann etwas zur Sucht wird. Geht es nur darum, mal etwas auszuprobieren oder bestimmt diese „Sache“ das ganze Denken und Handeln?

Wie ist es, eine Zeitlang auf etwas zu verzichten – wie ein Fasten – um sich zu beweisen, dass man ja alles im Griff hat und von Sucht weit entfernt ist? Denkt man in dieser „Fastenzeit“ ständig an das Ende dieser Zeit und daran, dass man ja dann wieder am Computer spielen kann oder was es auch immer war, auf das man verzichtet hat?

Wir wollen in der Realschule Benrath im Rahmen der jährlichen Suchtpräventionstage in der Jahrgangsstufe 8 (ab diesem Schuljahr starten wir damit in Klasse 7) auf diese Problematik aufmerksam machen. Die Schülerinnen und Schüler lernen in den drei Tagen unterschiedliche Formen der Sucht kennen – u. a. auch Kaufsucht, Handysucht, Essstörungen und die Sucht nach den unterschiedlichen Drogen.

Die Fachschaften Religion, Politik und Biologie haben das Programm für diese Tage entwickelt und sowohl Fachleute von außen (Polizei, Anonyme Alkoholiker und ihre Angehörigen und Vertreter des Caritasverbandes) als auch die Fachlehrer und die Klassenlehrer eingebunden. Die Schüler erarbeiten sich in unterschiedlichen Gruppen einen Zugang zu den verschieden Arten der Sucht und suchen sich das Thema heraus, das sie am meisten interessiert. Dazu werden Plakate angefertigt und zum Ende der drei Tage in der Aula vorgestellt.

Gerade der Dialog mit dem Vertreter der Polizei zum Thema Beschaffungskriminalität und die – anonym – gestellten Fragen an die Alkoholiker helfen den Jugendlichen, die ganz reellen Folgen von Sucht jenseits psychischer und körperlicher Abhängigkeit zu erkennen.
Einige Jugendliche haben in der Verwandtschaft oder direkt bei den Eltern mit Sucht zu tun und finden über die von uns gestellten Kontakte auch Hilfe für ihren Alltag.

Wir bieten die Suchtpräventionstage in jedem Jahr an und sind davon überzeugt, auf diese Art zu Jugendlichen zu erreichen und ihnen nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern ihnen auch Hilfe an die Hand zu geben.

Dr. Sigrid Zink (Fachvorsitz Biologie)